Es gab eine Zeit, in der ich dachte, dass ich alles kontrollieren kann. Ich dachte, wenn ich nur alles richtig mache, dann… ja, was dann? Dann würde es mir nie schlecht gehen, ich würde immer stark sein und alles im Griff haben. Immer. Ich habe dazu gelernt. Ich weiß inzwischen, dass es kein Immer gibt.… Was Worte für mich sind weiterlesen
Autor: raphi
Sehenlernen
Regentropfen sitzen an der Scheibe. Sitzen dicht an dicht, kleine Durchsichten an Glas geklebt, für kurz. Ich sitze und gucke, versuche zu sehen.
Silvester oder die radikale Hoffnung
Silvester, Punkt Mitternacht. Wir stehen im erweiterten Familienkreis auf einem Hügel mit toller Aussicht auf das Gelichter um uns herum. Um mich her hebt das Feuerwerk an, Raketen malen funkelbunte Bilder an den nachtschwarzem Himmel. Eins jagt das andere, und ein Zischen und Wummern lässt die Luft vibrieren.Man begrüßt mit Feuerwerk, mit Pauken und Trompeten,… Silvester oder die radikale Hoffnung weiterlesen
Vorweihnachtszeit
Heute kamen mir Wörter in den Sinn. Vorweihnachtsrushhourstresspegelsenkendewörter. Jetzt muss ich aber leider ganz schnell los. Aber hier kurz: Ein Gedicht. Vorweihnachtszeit: Oh du fröhliche. Drinnen rennen sie alle dem großen Rush hinterher während draußen die Welt zum Tanz einlädt und mit still glitzernder Freude weiße Kristalle gestreut hat. Sie haben keine Zeit, all diese… Vorweihnachtszeit weiterlesen
Von der Seele
Immer wieder wollte ich gern was über die Seele schreiben. Dabei ist es ein so weites Feld, und so wenig greifbar, und… Aber es gibt Philosophen der Antike, die dazu spannende Dinge sagen! Und nach meinem Eindruck leben wir in einer Zeit, in der die Seele unbedingt mehr Thema sein sollte, aber eben nicht als… Von der Seele weiterlesen
Vom Loslassen
Ein Campingplatz in Italien. Der Himmel sternklar, ich sitze bei einem Glas Wein am See und unterhalte mich mit einer Urlaubsbekanntschaft. Gerade erzählt sie mir, wie froh sie ist, dass sie so früh nach der Geburt ihres einzigen Kindes wieder arbeiten gehen musste, so war sie gezwungen, loszulassen. Das Kind war damals knapp ein Jahr… Vom Loslassen weiterlesen
Mütter: Das kostenlose Kapital einer Gesellschaft
„Und, was machst du so?“ Diese Frage, so beiläufig sie klingen mag, macht mich manchmal rasend. „Ich bin Mutter.“ – „Nee, ich meine, beruflich? Was arbeitest du?“ Geht’s noch? Was ich arbeite? Im Ernst? Also wenn ich das jetzt mal alles aufzählen würde, dann hört bestimmt keiner mehr zu. Aber ich mach’s trotzdem, denn anscheinend… Mütter: Das kostenlose Kapital einer Gesellschaft weiterlesen
Über die Freiheit – oder: die Vereinbarkeitslüge
Meine Jugend erlebte ich in den „Nullerjahren“. Das Gefühl, das meine Jugend prägte, war: Du kannst alles werden, du kannst alles machen, deine Freiheit ist unbegrenzt. Es stimmt: als Frauen sind wir heute scheinbar freier als jede Generation vor uns. Stehen dafür aber auch unter dem enormen Druck, eben auch all das zu leben, was… Über die Freiheit – oder: die Vereinbarkeitslüge weiterlesen
Spätsommerlyrik
September 22. Ein Gedicht.
Das ewige schlechte Gewissen
Ich habe Semesterferien. Eigentlich ein Grund, sich zu freuen. Semesterferien, das klingt nach Zeit, nach Platz, nach Ruhe. Stattdessen habe ich das Gefühl, dass in diese Lücke, in diesen Freiraum all das platzt, was mir schon lange bekannt ist, mich aber immer wieder überrumpelt: mein alter, uralter Mindfuck. Das uralte System meines Gedanken, das gesellschaftlich… Das ewige schlechte Gewissen weiterlesen